Aldo Conterno | E. Pira & Figli (Chiara Boschis) | Cavallotto | Ceretto | Giacomo Fenocchio | Massolino | Pio Cesare
Eingebettet in die sanften Hügel der italienischen Region Piemont ist Barolo eines der angesehensten Weinanbaugebiete der Welt. Bekannt als der "König der Weine und der Wein der Könige", ist Barolo berühmt für seine kraftvollen, komplexen und lagerfähigen Rotweine, die ausschließlich aus der Nebbiolo-Traube hergestellt werden. Diese prestigeträchtige Weinregion, die etwa 1.700 Hektar umfasst, liegt in den Langhe-Hügeln, südlich der Stadt Alba.
Die Geschichte des Barolo-Weins reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, obwohl Nebbiolo-Reben in der Region schon lange davor kultiviert wurden. Der moderne Stil des Barolo als trockener, tanninhaltiger Wein wurde Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt, maßgeblich dank des Einflusses der Marchesi di Barolo, insbesondere Giulia Falletti, und der önologischen Expertise von Louis Oudart, einem französischen Winzer.
Zuvor waren Barolo-Weine aufgrund unvollständiger Gärung oft süß oder halbsüß. Oudart führte Techniken ein, die eine vollständige Gärung des Nebbiolo ermöglichten und ihn in den trockenen, robusten Wein verwandelten, der weltweit bekannt wurde. Bis zum späten 19. Jahrhundert hatte sich Barolo als Favorit unter dem italienischen Adel und der europäischen Aristokratie etabliert.
"Barolo ist Italiens größter Rotwein, ein Klassiker in jeder Hinsicht." -Antonio Galloni, Vinous
Terroir von Barolo:
Das Terroir von Barolo ist eines seiner prägendsten Merkmale. Die Weinberge der Region liegen hauptsächlich an Südhängen in Höhenlagen zwischen 200 und 400 Metern, die optimale Sonnenlicht- und Drainagebedingungen für die Nebbiolo-Traube bieten. Das Klima ist kontinental mit mediterranen Einflüssen, gekennzeichnet durch heiße Sommer, kalte Winter und erhebliche Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, die zur Entwicklung der komplexen Aromen und Geschmacksstoffe der Traube beitragen.
Die Böden von Barolo bestehen hauptsächlich aus zwei Haupttypen: Tortoniano und Helvetiano (oder Serravalliano). Die Tortoniano-Böden, die im westlichen Teil der Region zu finden sind, sind fruchtbarer und reicher an Magnesium und bringen Weine hervor, die im Allgemeinen weicher und aromatischer sind. Die Helvetiano-Böden, die im östlichen Teil vorherrschen, sind reicher an Sandstein und Kalkstein, was zu strukturierteren und tanninhaltigeren Weinen führt.
Unterzonen und Cru-System
Barolo ist in 11 Gemeinden unterteilt, wobei die bekanntesten La Morra, Barolo, Serralunga d'Alba, Monforte d'Alba und Castiglione Falletto sind. Jede Gemeinde hat ihr eigenes einzigartiges Mikroklima und ihre eigene Bodenzusammensetzung, was zur vielfältigen Palette der Barolo-Weine beiträgt.
Die Region verwendet auch ein "Cru"-System, ähnlich dem Burgund, bei dem spezifische Weinberge, bekannt als "Crus", für ihre außergewöhnliche Qualität anerkannt sind. Zu den bekanntesten Crus gehören Cannubi, Brunate, Rocche dell’Annunziata und Vigna Rionda.
Weinbereitung und Reifung: Traditioneller vs. Moderner Ansatz
Barolo-Weine sind bekannt für ihre strengen Produktionsvorschriften. Laut Gesetz muss Barolo mindestens drei Jahre reifen, davon mindestens 18 Monate in Holzfässern. Für die Bezeichnung "Riserva" verlängert sich die Reifezeit auf fünf Jahre. Die traditionelle Barolo-Weinbereitung umfasst lange Mazerationszeiten und eine ausgedehnte Reifung in großen slawonischen Eichenfässern, während moderne Ansätze kürzere Mazerationszeiten und kleinere französische Eichenfässer verwenden können, um zugänglichere Weine mit weicheren Tanninen zu erzeugen.
Eigenschaften und Alterungspotenzial
Barolo ist berühmt für sein komplexes Bouquet, das sich mit dem Alter wunderschön entwickelt. Junge Barolos zeigen oft Aromen von Teer, Rosen und roten Beeren, mit Geschmacksnoten von Kirsche, Pflaume und Lakritz. Mit der Zeit entwickeln sie sekundäre und tertiäre Noten von Trüffeln, Tabak, Leder und Gewürzen. Die hohen Tannin- und Säurewerte verleihen Barolo sein bemerkenswertes Alterungspotenzial, das oft ein Jahrzehnt oder länger benötigt, um seinen Höhepunkt zu erreichen.
Barolo-Produzenten im traditionellen Stil:
Giacomo Conterno, Bartolo Mascarello, Aldo Conterno, Giuseppe Rinaldi, Bruno Giacosa, Cavallotto, Francesco Rinaldi, Oddero, Luigi Pira
Barolo-Produzenten im modernen Stil:
Chiara Boschis (E. Pira & Figli), Elio Altare, Vietti, Paolo Scavino, Luciano Sandrone, Domenico Clerico, Roberto Voerzio, Renato Ratti, La Spinetta










